Wunderlauch

Endlich Frühling! Obwohl der letzte Winter ja sehr mild war, freut man sich dennoch zumindest auf die länger werdenden Tag mit mehr Sonne. Außerdem gibt es bereits einiges zu entdecken. Die ersten Wildkräuter sind schon zu finden.

 

Auch die Bärlauchsaison hat begonnen. Überall wird fleißig gesammelt. Hier in Berlin ist der Bärlauch selten und sollte daher nur behutsam gesammelt werden. Häufiger zu finden hingegen ist der Wunderlauch. Diese mehrjährige Pflanze bildet innerhalb weniger Jahre ganze Teppiche in Berlins Wäldern. Worüber ich sehr froh bin, denn lange habe ich vergebens nach Bärlauch gesucht und bin nun mit seinem nahen Verwandten ebenso glücklich. Daher möchte ich euch den Wunderlauch oder auch Berliner Bärlauch gerne näher vorstellen.

 

Wie seine Verwandten Bärlauch, Knoblauch und Küchenzwiebel gehört der Wunderlauch zur Familie der Amaryllisgewächse. Der botanische Name lautet Allium paradoxum. Weitere Bezeichnungen für diese Pflanze sind Berliner Bärlauch, Kaukasus Lauch oder Seltsamer Lauch.

 

Die ursprüngliche Heimat des Wunderlauchs ist der Kaukasus, Zentralasien und auch das östliche Asien. Im 19. Jahrhundert holte man ihn nach Berlin in den botanischen Garten, von wo er dann verwilderte. Gärtner erkannten schon bald seine Vorzüge und bauten ihn in ihren Gärten an. Von dort fand er ebenfalls seinen Weg in die Wildnis von Berlin und Brandenburg. Im Süden Deutschlands ist er hingegen weniger weit verbreitet.

 

An sekundären Inhaltsstoffen enthält der Wunderlauch Allicin, Flavonoide und ätherische Öle. Vitamin C ist ebenfalls vorhanden.

 

Im Gegensatz zum Bärlauch ist die Blattspreite, die Form des Blatts, lanzettlich. Die Bärlauchblätter sind deutlich breiter. Die Sprossachse ist dreikantig. Die weißen Blüten erscheinen ab April in einem doldigen Blütenstand. Die Blütezeit dauert in etwa 20 Tage. Unterhalb der Blüte befinden sich die grünen Brutzwiebeln. Alle Teile sind essbar und lassen sich in der Küche gut verwenden.

Was kann man denn nun gutes herstellen?

 

Wunderlauch-Salz:

 

Die frischen Wunderlauch-Blätter werden verlesen und gewaschen. Gut trocknen lassen und möglichst klein schneiden. Zusammen mit Meer- oder Steinsalz im Mörser zu einer Paste verarbeiten. Wie das Verhältnis Kraut zu Salz sein soll, ist dabei jedem selbst überlassen. Ich persönlich bevorzuge das Verhältnis 1:3. 1 Teil Kraut zu 3 Teilen Salz. Die fertige Paste auf einem Stück Backpapier verteilen und im Backofen bei 50 Grad trocknen. Dabei ist es wichtig, die Backofentür ein wenig offen zu lassen. Ich stecke den Stiel von einem Kochlöffel in die Tür. Das Trocknen dauert seine Zeit. Am besten das Salz immer wieder wenden, so dass alles gleichmäßig trocknen kann. Ist alles trocken, das Salz nochmal im Mörser fein reiben. Zum Schluss das Salz in ein verschließbares Glas füllen.

 

 Wunderlauch-Salz passt gut zu Salaten, Eispeisen oder man streut es auf ein Butterbrot.